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Wie GOTT wirkt -
... und ER ist noch lange nicht fertig mit mir


Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben,
womit er seine Seele auslöse?

Matthäus 16:26



Mein Mann Ralf und ich sind beide getauft, konfirmiert und kirchlich getraut, und waren bis im Frühjahr 2003 beide Mitglied der evangelischen Landeskirche. Kirchgänge nicht nur zu Weihnachten und Ostern, sondern doch eher regelmäßig. Wir wussten so einiges über Gott und Jesus (der Heilige Geist hingegen war immer eine höchst suspekte Größe...), glaubten an deren Existenz, aber kannten keinen Teil der Gottheit. Und das war für uns auch ziemlich lange ziemlich in Ordnung so.

Wir schlossen unsere Ausbildung ab, bauten an unserer beruflichen Karriere (ab 1989 gemeinsam im Ausland - Zimbabwe, Cairo, Hongkong, Manila, ...), und waren's zufrieden - an der Oberfläche. Recht bald waren wir uns beide auch einig, dass uns der Beruf immens wichtig sei und wir deshalb mit Kindern besser noch warten wollten. Nach einigen Jahren waren wir in solch einer guten Position und derart eigensüchtig - wir konnten ja jahrelang so leben wie wir wollten (und uns das auch finanziell recht gut leisten), dass die Pläne einer Familiengründung endgültig abgehakt wurden. Wir waren so in unseren Beruf verstrickt, dass wir zunächst ganz still den Freundeskreis verloren, danach beinahe den Kontakt zu unseren Familien und schließlich uns selbst.

Karriere und Lebensstil waren unsere Götter geworden, für die uns kein Opfer zu kostbar erschien.

Schließlich war nichts anderes mehr existent. Wir arbeiteten 7 Tage die Woche, hatten alles was "der Welt" als erstrebenswert gilt, erreicht, lebten auf 350 m² mit Pool und Garten, Fahrer und weiß uniformiertem Hauspersonal.
Von außen war alles auf Hochglanz, aber im Inneren waren wir tot. Alles was im Leben eines Menschen wirklich und beständig von Wert ist, für inneren Halt, Sicherheit und Zufriedenheit sorgt, zerbrach vor unseren Augen, und der Verfall schien durch nichts aufzuhalten zu sein. Im Gegenteil. Verzweifelte Versuche, uns selbst zu retten scheiterten kläglich und schienen den Verfall nur noch zu beschleunigen. Am Ende blieben nur Trümmer. Unsere Ehe und unser Leben war nur noch eine einzige Quälerei. Grimmiger Streit wechselte sich ab mit virulenter Gleichgültigkeit. Jeder von uns ging schließlich seinen eigenen Weg, wobei der andere nur noch störte. Die Situation war so hoffnungslos und unerträglich geworden, dass uns nur noch die gemeinsame Karriere zusammen hielt, denn schließlich waren wir ja ein doch ziemlich erfolgreiches Betriebsleiter-"Ehepaar" das sich die Verantwortung für einen Betrieb mit 1500 Näherinnen und das Büro teilte, und hatten es zumindest beruflich geschafft .

Aber das Vakuum, das wir alle in uns tragen, und das von Gott gefüllt werden will, schmerzte zunehmend, ohne dass uns bewusst war, was in unserem Leben fehlte.

Das seelische und emotionale Elend, in welchem sich jeder von uns damals befand, ist nur schwer in Worte zu fassen.

Eines Abends, am 08. April 1998, hatte ich den Höhepunkt der Verzweiflung erreicht. Ich saß im Badezimmer auf der Treppe und heulte mir das Herz aus dem Leib: ich hatte die Welt gewonnen und war dabei, meine Seele zu verlieren.

"Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?"

(Matthäus 16:26)

Mir war plötzlich klar, dass nichts von Wert übrig bleiben würde, wenn ich meinen gut dotierten und mit viel Macht ausgestatteten Job, die Bankkonten, die Villa und das ganze Drumherum streichen würde. Ich begriff, dass ich meine Ehe (die an Vernachlässigung zerbrochen war), meine Kinder (die ich nie geboren hatte), meine Familie und Freunde (deren Treue ich jahrelang überstrapaziert hatte) und -meinen Glauben (denn dass Gott existiert, wusste ich immer schon, seit ich ein kleines Mädchen war)- auf dem Altar des Mammons geopfert hatte. Nicht einmal Spuren würde ich hinterlassen, wurde ich jetzt tot umfallen. Darüber hinaus war ich auch mit meinen Kräften völlig am Ende -eine 80-Stunden-Woche über dreieinhalb Jahre hinweg bleibt nicht ohne Folgen.
In meiner Not und Ausweglosigkeit schrie ich zum HERRN und habe Ihn angefleht, Er möge entweder mich aus dieser Welt aussteigen lassen, oder aber mein Leben in Seine Hände nehmen, da ich selbst es gründlich verpatzt hatte und wusste, ich kann es nicht aus eigener Kraft in Ordnung bringen. Plötzlich tauchten vor mir alle meine eigenen Fehler und Versäumnisse auf. Es war als ob sich ein schwerer Vorhang auftat und ich zum ersten Mal begriff, was alles falsch gelaufen war, wo ich versagt hatte und an meinem Mann schwer schuldig geworden war. Ich war tief bis ins Mark meiner Seele erschüttert und konnte GOTT nur noch um Vergebung bitten, denn mir war plötzlich klar, dass ich zu aller erst gegen IHN schuldig geworden war. Von einem Augenblick zum Nächsten war ich ruhig und von einem ganz tiefen Frieden erfüllt. Ich hatte Gewissheit, dass von nun an Gott mein Leben führen würde wie Er es für richtig hält und ich wusste, dass dies zu meinem Besten sein würde. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung wie das aussehen sollte und was aus meiner kaputten Ehe werden würde, aber ich wusste dass dies von nun an nicht mehr in meiner Verantwortung lag, sondern allein in GOTTES Hand, und dass es jetzt gut war.

Ich war angekommen - endlich daheim.

Plötzlich war ich ein völlig neuer Mensch. Ich war "wie ausgewechselt". Dinge, die bis gestern noch höchste Priorität hatten, waren plötzlich völlig unerheblich. Was mich früher langweilte interessierte mich auf einmal brennend. Ich wollte wissen, wie "Mensch" GOTT gefallen kann. Ich wollte nur noch so sein, dass GOTT sich von Herzen über mich freuen kann und nicht bedauern muss, dass ER mich gemacht hat.

Noch die Tage zuvor stand ich unter permanentem Hochdruck und enormer Spannung. Und nun hatten mich plötzlich eine Unerschütterlichkeit und ein Frieden ergriffen, den ich mir selbst nicht erklären konnte und der bis heute in mir ist. Erst viel, viel später lernte ich, was tatsächlich am Abend dieses 08. Aprils auf der Treppe in meinem Badezimmer passiert war..

  ich war wiedergeboren!
Johannes 3:3-5

Nach der doch sehr dramatischen Wende in meinem Leben hat sich eine Woche später, am 15. April 1998, auch Ralf für ein Leben mit unserem Herrn Jesus Christus entschieden.

Sobald auch er diesen Schritt gemacht hatte, konnte GOTT in nur einem Lidschlag die tausend Scherben unserer Ehe nehmen und sie zu einem wunderbaren, neuen Gefäß zusammen fügen, Verletzungen heilen und Verhärtungen lösen. ER hat in nur einem einzigen Augenblick aus unseren Herzen die Wut, Gleichgültigkeit und Zwietracht genommen, und dafür eine tiefe Liebe füreinander, Wertschätzung, und Harmonie hinein gelegt.

Am nächsten Arbeitstag zurück in der Firma nahm Gott uns beiden zuerst einmal unsere hochbezahlte, mit enorm viel Ansehen und Macht ausgestattete Position. Aus heiterem Himmel, ohne Vorwarnung, ohne ersichtlichen Grund wurde uns die ordentliche Kündigung ausgesprochen. Cirka sechs Wochen später verließen wir völlig entspannt und ganz ohne Blick zurück im Zorn die Philippinen.

Zurück in Deutschland haben wir uns eine lange Auszeit gegönnt und dabei mit unseren eigenen Händen unser Haus von Grund auf umgebaut und völlig neu gestaltet. Es haben sich neue Freundschaften entwickeln können, und wir bauten wieder langsam eine Beziehung zu unseren Familien auf. Während dieser Zeit haben wir von unseren Ersparnissen leben dürfen.


Frisch angekommen, "stolperte" ich über die Radio-Mission von Transworld Radio. Dieser Sender hat uns von diesem Moment an täglich begleitet und wir haben während dieser Zeit so immens über unseren Glauben lernen dürfen wie das wohl in den ganzen 30, 40 Jahren zuvor nie möglich gewesen wäre. Ganz besonders gesegnet wurden wir durch regelmäßige Sendungen von solchen exzellenten Lehrern wie z.B. John MacArthur, Chuck Swindoll, Charles Stanley, Michael Youssef, David Pawson, Vernon McGee, Ravi Zacharias, Adrian Rogers...

Wir  begannen -das Ohr am Radio und die Bibel in der Hand-, das Wort Gottes zu entdecken und im Glauben zu wachsen, und ich danke dem Herrn noch heute für diese Gnadenzeit. Wie zwei ausgehungerte verschlangen wir das gehörte und gelesene.

Während dieser Zeit ist auch ein sehr großes Audio-Archiv entstanden, denn wir haben uns vieles auf Kassetten aufgenommen, sozusagen als "Nahrung für später", falls uns GOTT vielleicht einmal in die "Wüste" - sprich in die Mission schicken würde .... (:-D)

Wir haben zu unserem Neuen Leben auch noch als Beigabe diese 1 ½ Jahre des Entdeckens geschenkt bekommen. Wem widerfährt so etwas!!! So großartig ist unser Vater!!! ER hat uns nicht nur ein Neues Leben geschenkt, sondern uns obendrein auch all die Jahre zurück gegeben, die die Heuschrecken zuvor gefressen hatten ...


"Und ich werde euch die Jahre erstatten, die die Heuschrecke, der Abfresser und der Vertilger und der Nager gefressen haben" (Joel 2:25)



****







Bis zum Herbst 2003 waren wir gemeinsam als Betriebsleiter für die Bekleidungsindustrie im Ausland, und am 01. November 2003 kehrten wir der Bekleidungsindustrie endgültig den Rücken und aus unserem letzten Einsatzland (Tunesien) zurück nach Deutschland, um uns auf unseren Missionseinsatz in Israel vorzubereiten.
Und dann kam am 22 November 2004 die vernichtende Diagnose für Ralf: Bronchial Karzinom. Es folgte Chemotherapie und OP (oberer linker Lungenlappen), nachdem der Tumor während der Chemo um 60% zurückgegangen war. Ralf erholte sich von der OP erstaunlich schnell und wir waren beide so voller Hoffnung und konnten es gar nicht erwarten, bis wir endlich aufs Missionsfeld gehen würden, zog es uns doch so sehr nach Israel und in den Dienst für unseren HERRN.
Was immer auch die Ärzte verlangten, wir gehorchten, und Ralf ertrug alles so tapfer und ohne Jammern und Klagen, und war es auch noch so arg - und es  w a r  oft ziemlich arg ... plötzlich, nachdem zunächst alles so gut aussah nach der gelungenen OP, kamen die Metastasen. Zuerst in den Knochen, an Becken und Wirbelsäule, dann im Gehirn, und schließlich kehrte der Primärtumor wieder zurück. Aggressiver und bösartiger als beim ersten Mal fraß er wild um sich und wuchs so rapide schnell, dass Ralf nur noch knapp 4 Wochen überleben konnte. Etwa fünf Tage vor seinem Tod stellte man wohl auch noch "mindestens eine große Lebermetastase" fest wie ich im Nachhinein aus den Unterlagen entnehmen konnte - gesagt hatte man uns das nicht mehr.



Im vergangenen Sommer, am 13. Juli 2005 abends um zehn Uhr ist mein Ralf in der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen bei Stuttgart gestorben. Er erstickte in meinen Armen, fest geklammert in der Hand ein kleines Kreuz ... Wir kannten uns seit ich 14 war, und waren über 26 Jahre verheiratet, davon waren die letzten 7 Jahre –von dem Tag an als wir unser Leben Jesus übergeben haben- die glücklichsten meines Lebens. Am 20.12. wäre unser Hochzeitstag gewesen …


Wir machten die Krankheit von Anfang an nie zu unserer Privatsache, sofort nach der Diagnose haben wir alle und jeden mobilisiert, und bald beteten unheimlich viele Menschen in Deutschland und auch noch in 14 weiteren Ländern rund um den Erdball für uns. Es ergab sich dass sich auch Leute dieser Gebetskette anschlossen, die wir selbst nicht kennen bzw. vorher kannten oder die wir nie persönlich gesehen haben.
Ich war wann immer möglich im Internet um soviel ich nur konnte über die Krankheit, neue Therapien und Verfahren zu lernen. Etwa alle acht bis vierzehn Tage -oder wenn sich sonst irgendetwas Wichtiges tat- habe ich per E-Mail Rundbriefe an alle Beter und auch an unsere nichtgläubigen Freunde und Bekannte verschickt.
Ich kann nicht in Worte fassen wie sehr wir uns durch die gesamte Zeit der Krankheit hindurch getragen wussten, Hoffnung und Zuversicht waren unsere ständigen Begleiter, und oft empfanden wir inmitten von Not und leiden solch einen tiefen Frieden und eine unbeschreibliche Freude über unseren HERRN, dass uns einfach Herz und Mund über gingen:  wir wollten so gerne für IHN als Missionare nach Israel und sind hier im eigenen Land, in Behandlungszimmern, Warteräumen, Krankenhausfluren, auf Krankenfahrten zur Strahlentherapie, im Krankenhauszimmer, etc. etc. etc. zu Missionaren geworden.


Es mag sehr merkwürdig klingen, aber diese 8 Monate intensivster Leidenszeit sind uns zum großen Segen geworden und könntest du mich jetzt beobachten, würdest du sehen dass ich lächeln muss während ich über diese Zeit schreibe ... ich glaube ich habe meinen Ralf -und er mich- mit jedem Tag an dem die Krankheit fortschritt tiefer und inniger geliebt. Ralf sagte immer, dass die Sache für ihn in jedem Fall gut ausgehen und er so oder so auf der Siegerseite sein würde - entweder würde er wieder auf die Beine kommen (auch wenn ihm ein Stachel im Fleisch bleiben sollte, in form einer Abhängigkeit vom Sauerstoffgerät und sehr reduzierter körperlicher Belastbarkeit) oder aber er würde schon bald heim zum VATER gehen und für immer mit JESUS zusammen sein dürfen. Wir hatten uns beide so sehr gewünscht, noch ein paar gemeinsame Jahre geschenkt zu bekommen, und dann hat GOTT doch anders entschieden. Ich freue mich so sehr für Ralf dass er nun schon dort sein darf wo wir uns doch auch so sehr hin sehnen. Ich hab ihn ja nicht verloren, sondern er ist ja nur voraus gegangen, er hat sozusagen seinen Wohnort gewechselt ohne einen Koffer mitzunehmen. Ich kann GOTT ja einerseits auch gut verstehen, dass ER Ralf gern um sich haben wollte und ihn mir deshalb schon so früh fort genommen hat, aber ich leide unsagbar unter dem Verlust und das Wort "und sie werden ein Fleisch sein" hat für mich nun eine ganz neue Dimension angenommen. Wir sind tatsächlich so zu einer Einheit zusammen gewachsen, dass ich mich fühle, als ob die Hälfte von mir einfach fortgerissen, abgerissen worden ist und dort eine tiefe offene Wunde klafft, die nun ganz, ganz langsam begonnen hat, zu heilen. Er fehlt mir immer noch so sehr, jeden Tag ....
ouTube LIED ****
***

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz,
wie ein Siegel auf deinen Arm.

Denn die Liebe ist stark wie der Tod
und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.
Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN,
sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen
und Ströme sie nicht ertränken können.

Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte,
so könnte das alles nicht genügen.


Hohelied 8:6-7

***
 


ich bin nur noch die Hälfte, denn meine andere Hälfte ist auf ihrer letzten Reise.

31 Jahre gemeinsam sind Vergangenheit …
wie soll ich da die Zukunft leben?

dass irgendwann dieser Tag kommt, das wußte ich …
aber er kommt immer zu früh.

in Gedanken bist Du immer noch da.
aber ich kann dich nicht mehr halten,
nie wieder berühr'n.

weiterleben.
ohne jeden Tag den Wunsch zu haben
dir nachzufliegen
wie ?

ich wills versuchen.
für dich.
denn ich weiß, das du warten wirst -
alle Zeit der Welt …

doch reicht meine Kraft für ein Leben nach Dir ?
 
Image

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch.
Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden.
Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.
Ruth 1:16-17




LIED ***
Der Weg - Herbert Grönemeyer

Ich kann nicht mehr sehn,
trau nicht mehr meinen Augen,
kann kaum noch glauben,
die Gefühle haben sich gedreht.

Ich bin viel zu träge um aufzugeben,
es wär auch zu früh,
weil immer was geht.

Wir waren verschworen, wären füreinander gestorben,
haben den Regen gebogen,
uns Vertrauen geliehen.

Wir haben versucht auf der Schussfahrt zu wenden,
nichts war zu spät,
aber vieles zu früh.

Wir haben uns geschoben durch alle Gezeiten,
haben uns verzettelt,
uns verzweifelt geliebt.

Wir haben die Wahrheit so gut es ging verlogen,
es war ein Stück vom Himmel,
dass es dich gibt.

Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet,
hast jeden Verdruss ins Gegenteil verkehrt,
nordisch nobel deine sanftmütge Güte,
dein unbändiger Stolz,
das Leben ist nicht fair.

Den Film getanzt in einem silbernen Raum,
vom goldenen Balkon
die Unendlichkeit bestaunt.

Heillos versunken, trunken
und alles war erlaubt,
zusammen im Zeitraffer,
Mittsommernachtstraum.


Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet,
hast jeden Verdruss ins Gegenteil verkehrt,
nordisch nobel deine sanftmütige Güte,
dein unbändiger Stolz,
das Leben ist nicht fair.

Dein sicherer Gang,
deine wahren Gedichte,
deine heitere Würde,
dein unerschütterliches Geschick.
Du hast der Fügung deine Stirn geboten,
hast ihn nie verraten
deinen Plan vom Glück,
deinen Plan vom Glück.

Ich geh hier nicht weg,
hab meine Frist verlängert,
neue Zeitreise,
offene Welt.
Habe dich sicher in meiner Seele,
ich trag dich bei mir bis der Vorhang fällt,
ich trag dich bei mir
bis der Vorhang fällt.

***

Und dennoch bin ich so überreich gesegnet, wollte ich alles aufzählen, die Liste würde endlos ... auch dass ich jetzt hier sitze und Dir so frei und offen schreiben kann empfinde ich als riesiges Geschenk, denn es ist doch solch ein Segen wenn man sich Menschen öffnen kann und vor ihnen Zeugnis geben darf darüber, wie großartig unser GOTT doch ist. Ganz besonders auch, wenn man sich untereinander als Geschwister im Herrn verbunden weiß und wohl deshalb sofort eine ganz sonderbare, unerklärliche Vertrautheit da ist, ohne sich je gesehen zu haben ... Das bringt mich immer wieder kolossal zum Staunen und zum Jubeln.
        Es mag sonderbar klingen, aber die Zeit der Krankheit und auch die Zeit nachdem mein Ralf heim gegangen war, ist uns zum großen Segen geworden und ich möchte diese sehr intensive leidensreiche Phase meines Lebens, die aber auch so prall angefüllt war mit so unendlich viel Freude, Lachen und Gnade nicht missen. Sie hat mich geformt und gefestigt, und mich ganz, ganz nah zum HERRN  geführt. ER ist mir nicht nur VATER, BRUDER, RETTER, RATGEBER, TRÖSTER, GELIEBTER meiner Seele, ARZT und HELFER geworden, sondern ER wurde mir zum ALLERBESTEN FREUND.  Oft schickt Gott uns durch solche schlimme Not hindurch, damit wir zuflucht bei IHM finden wenn sonst nirgends Trost ist und wir so näher zu IHM hinwachsen dürfen, und das ist doch Gnade, nicht wahr? … Schätze im Verborgenen, Schätze, die nur in der Finsternis zu finden sind … wie es in Jesaja 45:3 so zutreffend beschrieben ist.   Nachdem Ralf sich von dieser Welt verabschiedet hatte erstarrte ich förmlich bei dem bloßen Gedanken daran, dass ich nun vielleicht nie, nie wieder einen solch wunderbaren Menschen, solch einen Freund und Kameraden haben würde, es nie wieder einen Menschen geben würde, mit dem ich so unbeschwert lachen können und herum albern würde wie mit ihm, der mich so gut kennt und der mir so vertraut ist, mit dem ich solch eine große Nähe und Intimität, zu dem ich solch ein unerschütterliches Vertrauen haben würde, mit dem ich über alles reden kann, der mich auch morgens mit zerzaustem Haar und Knittern im Gesicht hinreißend findet und den meine überflüssigen Kilos nicht stören, der mich auch liebevoll erträgt wenn ich mal schlecht drauf bin oder Angst habe, der mir eine Tasse Kaffee bringt wenn's mir nicht so toll geht oder eine Wärmflasche wenn ich kalte Füße habe, der mein neu ausprobiertes Kochrezept lobt und tapfer isst selbst wenn ich selbst genau weiß dass es mir voll daneben gegangen ist, und der sich mit mir durchs Dickicht fremder Länder schlägt.  Ich konnte mir einfach überhaupt nicht vorstellen, dass man solch ein Geschenk zweimal im Leben bekommt.   Und ich fragte mich immer wieder: wo soll ich denn jetzt bloß hin mit all meiner Liebe, die ja nicht einfach zusammen mit den vergänglichen Überresten des Geliebten mit hinunter ins Grab gelegt wird, sie ist ja immer noch im Herzen. Ich glaube, dass wir von DEM, der LIEBE ist, geschaffen sind um zu lieben, wir können gar nicht anders als zu lieben, wir sind einfach so "gewirkt". Jeder von uns. Manchen treibt das Leben diese Fähigkeit aus, und anderen wird die Gnade zuteil, dass sie sich diese Liebe im Herzen bewahren dürfen bis ans Ende. Warum das einmal so läuft, und einmal ganz anders ... keine Ahnung ... auch eines von Gottes Geheimnissen ...

...

...MY LIFE... ...

Ich habe erfahren dürfen, dass Gott selbst jeden Mangel ausgleichen kann und das auch tut, wenn wir IHN darum bitten, uns IHM ganz anvertrauen mit all unseren Nöten, unserer Sehnsucht und unserer Einsamkeit, die uns manchmal zu überwältigen droht.

Nun liegt längst das aller erste Weihnachten meines Lebens, das ich ganz bewusst alleine mit meinem HERRN erleben wollte, also hinter mir. Es ist mir –obwohl ich zugegeben mächtig Angst davor hatte- zum absoluten Segen geworden, denn ich war meinem HERRN selten zuvor so nah, und ich bin froh, dass ich nicht eine der zahlreichen „Fluchtmöglichkeiten“ in Anspruch genommen habe und einer der Einladungen gefolgt bin. Silvester wollte ich dann doch lieber unter Menschen sein und so war ich denn also im Allgäu bei meiner Schwester (in meinem Clan sind eh alle ziemliche "Familien-Tiere", jeder Geburtstag wird zum "Gross-Event" :-)))) Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es weiter geht, was der HERR mit mir vor hat, wo ER mich haben will, wie und mit wem ich mein Leben weiter gehen soll. Der Anbruch eines neuen Jahres macht uns ja immer ganz besonders sensibel für Erwartungen. Auf jeden Fall bleibt es spannend, mit GOTT unterwegs zu sein, und wer weiß denn schon, ob wir den nächsten Jahreswechsel überhaupt noch hier miterleben ... vielleicht werden wir schon in Kürze weggenommen... wäre schön (ich stelle mir das so oft vor, wenn ich Ralfs Grab besuche, wie es wohl wäre, wenn sich jetzt, während ich da stehe, die Gräber öffnen, denn ich stehe ja nicht wirklich auf einem Gräberfeld sondern auf einem Auferstehungsgrund!!!)   Wenn Dich Dein Weg einmal ganz hinunter in den Süden Deutschlands führt, und du dann vielleicht durch mein kleines Städtchen kommst, dann findest du dort auf dem Friedhof ein Grab, in das ich Ralf’s sterbliche Hülle gelegt habe. In den grob behauenen weißen Marmorstein auf seinem Grab habe ich die folgende Inschrift, einen Vers aus der Bibel, einmeißeln lassen. Er findet sich im 1. Johannes, Kapitel 3, Vers 14:    

Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinüber gegangen sind.  
Wir wissen … !!!    

Packend, mit Gott unterwegs zu sein, tut aber auch manchmal sehr, sehr weh, durch Feuer geläutert zu werden. Jedoch gut zu wissen, dass wenn wir im Feuerofen sind, ER SEINE Hand am Thermostat und SEIN Auge auf der Uhr hat.    

Im Januar 2006 



 Die Früchte deines Lebens wachsen erst, nachdem der Pflug durch dein Land gegangen ist.
- Henry Nouwen -


***    


Und Gott ist noch lange nicht fertig mit mir.

Wer jetzt gerne wissen möchte, wie mächtig Gott anschließend in meinem Leben weiter gewirkt hat, der lese in der nächsten Seite, in meinem „Tagebuch“ weiter und finde heraus ...


... weshalb Kliniken in China manchmal besser sind als ihr Ruf

... wie GOTT eines SEINER Kinder um den halben Erdball schickt, nur um ihm eine schreckliche Wahrheit zu offenbaren, und es gleichzeitig mit unfassbarem Segen überhäuft

Geh' auf die Tagebuchseite zum im Eintrag vom China-Rundbrief vom 23.07.2006 - und staune ...



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